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Artikel-Schlagworte: „Lobbyist“

+++ Was Print kann und wie Print wirkt, müssen die Drucker ihren Kunden schon selbst erklären. Aber nur wenige investieren Zeit und Mühe in eine eigentlich dringend notwendige Imagepolitur des Gedruckten. Was bleibt, ist die Gewissheit, sich in einem blutigen Preiskampf vor allem finanziell zu verzetteln und den Markt aus den Augen zu verlieren +++

Siegerpodest

Ein Sieg, der keiner ist: Solange Druckereien sich bloß als Auftragsdeponie begreifen, wird Print seinen Stellenwert im Kommunikationsmix nicht heben können

Der deutsche Bundesverband Druck und Medien BVDM hat das Dahinscheiden seiner Klientel akkurat in Zahlen gegossen: Rund 60.000 Beschäftigte sowie ein Drittel ihrer Betriebe hat die Branche in den letzten Jahren verloren. In Österreich ist die Situation nicht wesentlich anders. Die wackeren Verbliebenen wiederum sehen sich einem mörderischen inneren wie auch äußeren Wettbewerb gegenüber: Sie drücken sich gegenseitig die Preise bis zur Schwelle der betriebswirtschaftlichen Unsinnigkeit und müssen gleichsam zur Kenntnis nehmen, dass elektronische Medien ihrem Geschäft enorm zusetzen. Und dagegen nützt auch der blutigste Preiskampf nichts.

Amour fou

Der Konkurrenz durch die Neuen Medien hat die Branche indes wenig entgegenzusetzen. Die Liaison zwischen Offsetherstellern und Digitaldruckern, die nun eines der großen Themen der Branche zu sein scheint, könnte die falsche Indikation sein. Denn wenn Digitaldruck mehr und mehr als Substitut für Offsetdruck gehandelt wird, so ist dies wohl auch ein Katalysator für jenes Stückpreisdenken, das schon dem Offsetdruck alleine nicht unbedingt zu einer glänzenden wirtschaftlichen Performance verholfen hat.

Vordergründig gibt es für Offsethersteller wie auch Digitaldruckanbieter natürlich gute Gründe für das Anbandeln. Aber der große Wurf für eine fundamentale Änderung der Spielregeln in der Branche ist es nicht. Die starre Produktsicht mit ihrer Monostruktur muss einfach im Preisverfall enden in jener Situation, in der Überkapazitäten und Preiskannibalismus die treuen Begleiter im unternehmerischen Lebenszyklus fast jeder Druckerei sind.

Der Reichtum des Gedruckten

Die Kerntugend von Print ist einfach nicht das Produkt alleine. Es ist die klar positionierte primäre Dienstleistung, deren Träger ein gedrucktes Produkt sein wird.

Worum es geht, ist also, für den Kunden eine Projektlösung zu ersinnen, die ihm einen hohen Wirkungsgrad seiner Kommunikation gewährleistet.

Um diesen Wechsel in der Positionierung erfolgreich bewältigen zu können, sich beratend mit dem Kunden auseinanderzusetzen, reicht es aber nicht, bloß Printaufträge abzuschöpfen. Das wird dem Kunden nicht das Gefühl vermitteln, einen Lösungspartner gefunden zu haben, sondern eben höchstens den billigsten Drucker, der morgen schon durch einen anderen abgelöst werden kann.
Schon zielführender kann es da sein, beim Kunden früh die Erkenntnis reifen zu lassen, wie einzigartig, wie variantenreich Print sein kann. In Haptik, in Druckqualität, in buchbinderischer Ausstattung. Nur wenn Drucker sich gezielt um Kundennutzen und damit zwangsläufig auch um die hohe Wertigkeit des Gedruckten kümmern, können auch die ganz offensichtlichen Mängel bei der Vermarktung ihrer Dienstleistung behoben werden.

Die Sensibilisierung für die Stärken des Gedruckten, für seinen ganz besonderen Charakter, kann nur gelingen, wenn der Kunde sich in seiner Druckerei mit praktizierter Lösungskompetenz konfrontiert sieht. Sonst nämlich geht er irgendwann nicht einmal mehr zur billigsten Druckerei. Printkultur ist spätestens dann Vergangenheit.

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